Kennst du das?
Sonntagmorgen. Du sitzt gemeinsam mit deinem Partner oder deiner Familie am Frühstückstisch und freust dich auf ein entspanntes Sonntagsfrühstück in trauter Gemeinsamkeit.
Plötzlich bricht scheinbar aus heiterem Himmel ein Streit hervor - zunächst vielleicht nur ein kleines Mißverständnis, eine ungeschickt formulierte Bemerkung, und schon gibt ein Wort das andere und du landest in einer leidenschaftlichen Diskussion, die sich unheilvoll durch den liebevoll gedeckten Tisch fräst.
Und obwohl du doch eigentlich etwas ganz anderes wolltest, hast du nun statt lecker Brötchen im Magen Wut im Bauch - statt Sonne im Herzen frostige Stimmung im Raum und vielleicht sogar Tränen im Kaffee.
Na toll und wie ist das nun wieder passiert? Wieso gehen solche Dinge immer wie von alleine? Und wieso fühle ich mich hinterher komplett ausgelaugt und leer? Und den anderen, die an diesem Streit beteiligt waren, geht es genauso.
Der einzige, der sich bei diesem Intermezzo ganz und gar nicht leer und ausgelaugt fühlt, sondern wohlig grunzt und vollgefressen unter dem Küchentisch schnarcht, ist – richtig - Monsieur Gremlin!!! Dieser von uns so gern ignorierte König unserer eigenen Unterwelt, der nichts lieber mag als sich von zerstörter Vertrautheit, Schönheit und Nähe zu ernähren.
Sein Lieblingsspiel nennt sich „niederes Drama“. Und während wir glauben, dass es eine Unterwelt nur in Science Fiction Filmen gibt oder nur so ein paar Schwerverbrecher im Gefängnis damit ausgestattet sind oder wir vielleicht sogar davon wissen, uns aber gerade der Präsenz unseres Gremlins nicht bewusst sind, benutzt dieser unsere Gefühle auf unverantwortliche Art und setzt das Täter-Retter-Opfer-Spiel in Gang. Und schon finden wir uns in folgenden Rollen wieder, die beliebig wechseln können.
Unsere Wut benutzt der Gremlin, um sich als Täter aufspielen zu können. „Oh Mann, DU hast vergessen, Butter zu kaufen! Du kriegst noch nicht mal die Organisation von einem Frühstück gebacken!“
Unsere Traurigkeit benutzt der Gremlin unverantwortlich, um sich als Opfer in Szene zu setzen: „Immer ich! Wieso hat denn von euch keiner die Butter besorgt? Ihr wißt doch, wieviel ich zu tun habe. Niemand nimmt hier wahr, wie sehr ich mich abplage!“
Unsere Angst benutzt der Gremlin unverantwortlich, um sich als Retter hervorzutun und ungefragt seine „Hilfe“ aufzudrängen: „Du hast heute schon so viel getan, bleib sitzen, ICH besorge die Butter.“ - Die Arme, jetzt seid mal nicht so hart, jeder kann doch mal was vergessen! – Mensch, die sind alle so gemein zu dir, komm, ich mache dir einen Kaffee!“
Unsere Freude benutzt der Gremlin unverantwortlich, um sich auf Kosten anderer einen Spaß zu erlauben. „Ach nee, du hast die Butter vergessen, na wie gut, dass dein Kopf angewachsen ist, haha. – Oh, unser Aschenputtel jammert wieder. - Du bist aber tierlieb, hast extra ein Vogelnest aus deinen Haaren gezaubert, haha.
Und egal, in welche Rolle unser Gremlin schlüpft, er fühlt sich dabei pudelwohl und tanzt im Drama-Dreieck. „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Gremlin heiß!!!“
Es gibt nur ein Mittel, um Niederes Drama zu beenden: BEWUSSTHEIT über den Gremlin und die WACHHEIT, zu bemerken, wann er das Steuer übernommen hat.
UND wie schon im Blog „Nutzen des inneren Gremlins“ beschrieben, ist der Gremlin weder gut noch schlecht. Er kreiert einfach nur bestimmte Ergebnisse und es liegt an dir, zu entscheiden, welche Ergebnisse du in deinem Leben haben willst.
Unter diesen Links findest du weitere Definitionen zu den Begriffen Niederes Drama, Hohes Drama und Gremlin.
Guter Text! Danke.
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