Sonias Blog
Mittwoch, 28. Dezember 2016
Auflösung
Wenn nichts mehr greift
und die Kontrolle zerfällt,
alles tun seinen Sinn verliert,
das pure Sein zurückbleibt,
völlig nackt und vor Ungewißheit zitternd ...
Erst dann ist DEINE warme gefiederte Hand sichtbar,
in die hinein sich zu begeben
die einzige Zuflucht ist,
um sich gänzlich aufzulösen
in die Bestandteile, die Liebe sind.
Gedicht vom 1. Januar 2013
Montag, 6. Oktober 2014
Geliebte Erde
Durch Dein alljährliches Ein- und
Ausatmen
bringst Du alles Leben hervor
und nimmst es bei Zeiten wieder zu Dir.
bringst Du alles Leben hervor
und nimmst es bei Zeiten wieder zu Dir.
Du bist die Mutter aller Geschöpfe,
in Deinen Augen sind wir alle Geschwister.
in Deinen Augen sind wir alle Geschwister.
Dafür danken wir Dir!
Mit Deiner Vielfalt und Großzügigkeit
ernährst Du all Deine Kinder,
ohne sie für ihre Taten zu bewerten –
bedingungslos ein jedes auf seine Weise.
ernährst Du all Deine Kinder,
ohne sie für ihre Taten zu bewerten –
bedingungslos ein jedes auf seine Weise.
Dafür danken wir Dir!
Dein sind die Elemente, die Dir
dienen
im ewigen Kreislauf des Lebens und Sterbens,
der Schöpfung und des Vergehens.
im ewigen Kreislauf des Lebens und Sterbens,
der Schöpfung und des Vergehens.
Dafür danken wir Dir!
Unsere Körper hast Du
hervorgebracht
und in der Vereinigung mit Vater Himmel
unser Menschsein ermöglicht.
und in der Vereinigung mit Vater Himmel
unser Menschsein ermöglicht.
Dafür danken wir Dir!
Voller Ehrfurcht verneigen wir uns
vor Deiner wilden ungezähmten Pracht
und Deiner urgewaltigen Kraft
und streben danach, mit Dir wieder vollständig in Verbindung zu sein.
vor Deiner wilden ungezähmten Pracht
und Deiner urgewaltigen Kraft
und streben danach, mit Dir wieder vollständig in Verbindung zu sein.
Auch dafür danken wir Dir!
Hab‘ Dank, Mutter Erde
für all das, was Du in diesem Jahr hervorgebracht
und auch für das, was Du wieder zu Dir genommen hast.
für all das, was Du in diesem Jahr hervorgebracht
und auch für das, was Du wieder zu Dir genommen hast.
Gebet an Mutter Erde von Tassilo und Sonia Willaredt zum Erntedank Oktober 2014
Donnerstag, 14. Oktober 2010
Diät? Nein danke!
Ich kann gar nicht mehr zählen, wie viele Diäten ich in meinem Leben schon ausprobiert habe! Von hartgekochten Eiern über Trennkost, Ernährungsplänen und Rohkostwochen, Eiweiß-Pülverchen, Kalorienzählen bis hin zu dubiosen Zitronensaft-Ahornsirup-Cayennepfeffer-Shakes. Ich habe insgesamt schon mindestens 50 kg abgenommen…. in Etappen … und auch immer wieder rauf, wie ein Jojo eben.
Interessant ist, dass ich damals, als ich e t l i c h e Kilos weniger wog, dachte, ich sei zu dick. Verrückt eigentlich, dass ich mir solange eingebildet habe, zu dick zu sein, bis ich nun wirklich auch aus objektiver Sicht als übergewichtig bezeichnet werden kann.
Ja mei, die Gedankenkraft…. nun habe ich endlich das, was ich mir so redlich jahrelang angedacht habe. Mein Fazit aus all den Diät- und Ernährungstipps: Eigentlich macht gar nicht das Essen dick, sondern die entsprechende Denkweise!!!
Andererseits ist das mit dem „zu dick sein“ auch so eine Sache, denn woher weiß ich denn, was zu dick und was zu dünn ist. Man denke da an die Hottentotten („Koikoin“ ist ihre eigentliche Bezeichnung), die als Schönheitsideal Frauen mit riesigen Hintern hatten. Heutzutage vergleicht man die Schönheitsgöttinnen von damals mit Brauhausgäulen!
Dann gibt es noch die anderen Extreme, die ohnehin schon fast ätherisch Dünnen, die sich immer noch einbilden, zu dick zu sein, bis sie in der Bulimie-Klinik landen. Wessen Maßstab gilt denn nun?!
Wieso fragt heute eigentlich keiner mehr nach der Meinung von Rubens? Oh Mann, Rubens! Rubens hätte vor Verzücken in seinen Pinsel gebissen bei meinem Anblick. Ich wäre DAS Topmodell von damals gewesen und hätte mich vor Auftritten und Interviews gar nicht retten können… Frau Willaredt, wie schaffen Sie das nur, sich solch herrliche, wohlgeformte Speckgürtel anzutrainieren? Beneidenswert! Welche Disziplin!
Irgendwas muss wohl bei meiner Anreise hierher schief gelaufen sein. Ich bin eindeutig im falschen Jahrhundert ausgestiegen - die Zeitmaschinen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren!!!
Sonntag, 26. September 2010
Drama ist fürs Frühstück gut – Draaaaaamaaaaaa!
Kennst du das?
Sonntagmorgen. Du sitzt gemeinsam mit deinem Partner oder deiner Familie am Frühstückstisch und freust dich auf ein entspanntes Sonntagsfrühstück in trauter Gemeinsamkeit.
Plötzlich bricht scheinbar aus heiterem Himmel ein Streit hervor - zunächst vielleicht nur ein kleines Mißverständnis, eine ungeschickt formulierte Bemerkung, und schon gibt ein Wort das andere und du landest in einer leidenschaftlichen Diskussion, die sich unheilvoll durch den liebevoll gedeckten Tisch fräst.
Und obwohl du doch eigentlich etwas ganz anderes wolltest, hast du nun statt lecker Brötchen im Magen Wut im Bauch - statt Sonne im Herzen frostige Stimmung im Raum und vielleicht sogar Tränen im Kaffee.
Na toll und wie ist das nun wieder passiert? Wieso gehen solche Dinge immer wie von alleine? Und wieso fühle ich mich hinterher komplett ausgelaugt und leer? Und den anderen, die an diesem Streit beteiligt waren, geht es genauso.
Der einzige, der sich bei diesem Intermezzo ganz und gar nicht leer und ausgelaugt fühlt, sondern wohlig grunzt und vollgefressen unter dem Küchentisch schnarcht, ist – richtig - Monsieur Gremlin!!! Dieser von uns so gern ignorierte König unserer eigenen Unterwelt, der nichts lieber mag als sich von zerstörter Vertrautheit, Schönheit und Nähe zu ernähren.
Sein Lieblingsspiel nennt sich „niederes Drama“. Und während wir glauben, dass es eine Unterwelt nur in Science Fiction Filmen gibt oder nur so ein paar Schwerverbrecher im Gefängnis damit ausgestattet sind oder wir vielleicht sogar davon wissen, uns aber gerade der Präsenz unseres Gremlins nicht bewusst sind, benutzt dieser unsere Gefühle auf unverantwortliche Art und setzt das Täter-Retter-Opfer-Spiel in Gang. Und schon finden wir uns in folgenden Rollen wieder, die beliebig wechseln können.
Unsere Wut benutzt der Gremlin, um sich als Täter aufspielen zu können. „Oh Mann, DU hast vergessen, Butter zu kaufen! Du kriegst noch nicht mal die Organisation von einem Frühstück gebacken!“
Unsere Traurigkeit benutzt der Gremlin unverantwortlich, um sich als Opfer in Szene zu setzen: „Immer ich! Wieso hat denn von euch keiner die Butter besorgt? Ihr wißt doch, wieviel ich zu tun habe. Niemand nimmt hier wahr, wie sehr ich mich abplage!“
Unsere Angst benutzt der Gremlin unverantwortlich, um sich als Retter hervorzutun und ungefragt seine „Hilfe“ aufzudrängen: „Du hast heute schon so viel getan, bleib sitzen, ICH besorge die Butter.“ - Die Arme, jetzt seid mal nicht so hart, jeder kann doch mal was vergessen! – Mensch, die sind alle so gemein zu dir, komm, ich mache dir einen Kaffee!“
Unsere Freude benutzt der Gremlin unverantwortlich, um sich auf Kosten anderer einen Spaß zu erlauben. „Ach nee, du hast die Butter vergessen, na wie gut, dass dein Kopf angewachsen ist, haha. – Oh, unser Aschenputtel jammert wieder. - Du bist aber tierlieb, hast extra ein Vogelnest aus deinen Haaren gezaubert, haha.
Und egal, in welche Rolle unser Gremlin schlüpft, er fühlt sich dabei pudelwohl und tanzt im Drama-Dreieck. „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Gremlin heiß!!!“
Es gibt nur ein Mittel, um Niederes Drama zu beenden: BEWUSSTHEIT über den Gremlin und die WACHHEIT, zu bemerken, wann er das Steuer übernommen hat.
UND wie schon im Blog „Nutzen des inneren Gremlins“ beschrieben, ist der Gremlin weder gut noch schlecht. Er kreiert einfach nur bestimmte Ergebnisse und es liegt an dir, zu entscheiden, welche Ergebnisse du in deinem Leben haben willst.
Unter diesen Links findest du weitere Definitionen zu den Begriffen Niederes Drama, Hohes Drama und Gremlin.
Sonntagmorgen. Du sitzt gemeinsam mit deinem Partner oder deiner Familie am Frühstückstisch und freust dich auf ein entspanntes Sonntagsfrühstück in trauter Gemeinsamkeit.
Plötzlich bricht scheinbar aus heiterem Himmel ein Streit hervor - zunächst vielleicht nur ein kleines Mißverständnis, eine ungeschickt formulierte Bemerkung, und schon gibt ein Wort das andere und du landest in einer leidenschaftlichen Diskussion, die sich unheilvoll durch den liebevoll gedeckten Tisch fräst.
Und obwohl du doch eigentlich etwas ganz anderes wolltest, hast du nun statt lecker Brötchen im Magen Wut im Bauch - statt Sonne im Herzen frostige Stimmung im Raum und vielleicht sogar Tränen im Kaffee.
Na toll und wie ist das nun wieder passiert? Wieso gehen solche Dinge immer wie von alleine? Und wieso fühle ich mich hinterher komplett ausgelaugt und leer? Und den anderen, die an diesem Streit beteiligt waren, geht es genauso.
Der einzige, der sich bei diesem Intermezzo ganz und gar nicht leer und ausgelaugt fühlt, sondern wohlig grunzt und vollgefressen unter dem Küchentisch schnarcht, ist – richtig - Monsieur Gremlin!!! Dieser von uns so gern ignorierte König unserer eigenen Unterwelt, der nichts lieber mag als sich von zerstörter Vertrautheit, Schönheit und Nähe zu ernähren.
Sein Lieblingsspiel nennt sich „niederes Drama“. Und während wir glauben, dass es eine Unterwelt nur in Science Fiction Filmen gibt oder nur so ein paar Schwerverbrecher im Gefängnis damit ausgestattet sind oder wir vielleicht sogar davon wissen, uns aber gerade der Präsenz unseres Gremlins nicht bewusst sind, benutzt dieser unsere Gefühle auf unverantwortliche Art und setzt das Täter-Retter-Opfer-Spiel in Gang. Und schon finden wir uns in folgenden Rollen wieder, die beliebig wechseln können.
Unsere Wut benutzt der Gremlin, um sich als Täter aufspielen zu können. „Oh Mann, DU hast vergessen, Butter zu kaufen! Du kriegst noch nicht mal die Organisation von einem Frühstück gebacken!“
Unsere Traurigkeit benutzt der Gremlin unverantwortlich, um sich als Opfer in Szene zu setzen: „Immer ich! Wieso hat denn von euch keiner die Butter besorgt? Ihr wißt doch, wieviel ich zu tun habe. Niemand nimmt hier wahr, wie sehr ich mich abplage!“
Unsere Angst benutzt der Gremlin unverantwortlich, um sich als Retter hervorzutun und ungefragt seine „Hilfe“ aufzudrängen: „Du hast heute schon so viel getan, bleib sitzen, ICH besorge die Butter.“ - Die Arme, jetzt seid mal nicht so hart, jeder kann doch mal was vergessen! – Mensch, die sind alle so gemein zu dir, komm, ich mache dir einen Kaffee!“
Unsere Freude benutzt der Gremlin unverantwortlich, um sich auf Kosten anderer einen Spaß zu erlauben. „Ach nee, du hast die Butter vergessen, na wie gut, dass dein Kopf angewachsen ist, haha. – Oh, unser Aschenputtel jammert wieder. - Du bist aber tierlieb, hast extra ein Vogelnest aus deinen Haaren gezaubert, haha.
Und egal, in welche Rolle unser Gremlin schlüpft, er fühlt sich dabei pudelwohl und tanzt im Drama-Dreieck. „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Gremlin heiß!!!“
Es gibt nur ein Mittel, um Niederes Drama zu beenden: BEWUSSTHEIT über den Gremlin und die WACHHEIT, zu bemerken, wann er das Steuer übernommen hat.
UND wie schon im Blog „Nutzen des inneren Gremlins“ beschrieben, ist der Gremlin weder gut noch schlecht. Er kreiert einfach nur bestimmte Ergebnisse und es liegt an dir, zu entscheiden, welche Ergebnisse du in deinem Leben haben willst.
Unter diesen Links findest du weitere Definitionen zu den Begriffen Niederes Drama, Hohes Drama und Gremlin.
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Mittwoch, 15. September 2010
Märchenprinzen gibts nicht mehr!
Hier kommt eine denkbar schlechte Nachricht für Frauen:
Edle Prinzen auf weißen Pferden, die euch auf ihrem Roß ins Schloß entführen, gibt’s nicht mehr (und hat es womöglich auch noch nie gegeben). Es handelt sich bei diesen Geschichten eher um Wahrscheinlichkeiten einer möglichen Option, die nur andeuten sollen, dass so etwas rein theoretisch mal vorkommen könnte.
Also aufwachen, Mädels! Edle Prinzen gibt’s nicht mehr, weiße Pferde schon. Also beendet euren Dornröschenschlaf, schwingt euch aufs Pferd (o.k. ein silberner Polo oder ein Mountainbike tun’s auch) und macht euren Mann oder anvisierten Partner selbst zum Edelmann, zum König. In unserer Welt werden Könige nicht gefunden, sondern gemacht!
Ja, ich weiß… der Genuß von Abführmitteln ist angenehmer als diese Nachricht, aber hey, das heißt auch, dass du eine Wahl hast und nicht wie ein Opfer warten und noch weitere 100 Jahre im Märchenschloß schlafen mußt, während deine Weiblichkeit, dein Strahlen und deine Erotik verstauben….
Ich meine, wie oft sorgen deine Bemerkungen und Blicke dafür, dass sich dein Mann wie ein König fühlt und wie oft sorgen deine Bemerkungen und Blicke dafür, dass er sich wie der letzte Versager oder ein Schwein fühlt? Wie oft lässt du es zu, dass er dich zur Königin macht und wie oft ermutigst du ihn dazu, dich zur Sau zu machen?
An wem könnte es dann also liegen, ob wir ein Schwein oder einen König an unserer Seite haben?
Wie oft kannst du Nettigkeiten annehmen und wie oft hörst du wirklich das, was dein Partner sagt und wie oft bastelst du aus dem Gesagten einfach nur deine Lieblingsgeschichte, die dein Programm bestätigt, egal ob dies besagt, dass Männer Schweine sind, oder man sich auf Männer sowieso nicht verlassen kann oder Männer einen nur ausnutzen oder Männer nicht für sich selbst sorgen können oder Männer wie Kinder zu behandeln sind oder Männer gefährliche Tyrannen sind?
Die Liste unserer Programmierungen in Bezug auf Männer ist endlos. Und jede von uns hat für ihre persönliche Geschichte über Männer schließlich auch reichlich Beweise gesammelt und kann mit reichlich Zeugen aufwarten.
Und wir sammeln eifrig weiter Beweise und heben sie wie kleine Schmuckstücke in unserer Grollschatulle auf. Und, was noch viel bedeutsamer ist: wir sorgen mit allen Mitteln dafür (wenn auch unbewusst), dass wir Recht behalten!!!
Wenn wir der Meinung sind, dass man sich auf Männer nicht verlassen kann, dann bringen wir durch unser Verhalten selbst das integerste männliche Exemplar dazu, uns zu enttäuschen – es sei denn, es handelt sich um ein besonders bewußtes und wachsames Exemplar, das dieses Spiel durchschaut und einfach nicht mitspielt.
Ich habe folgendes Erlebnis hierzu:
Vor ca. 16 Jahren, als ich noch relativ frisch mit meinem Mann zusammen war, fuhren wir einmal zur Post. Er blieb im Auto sitzen und ich lief zum Briefkasten, warf einen Brief ein und ging wieder zurück zum Auto. Ich sah, dass er mich beobachtete und dachte bei mir: „Jetzt denkt er bestimmt, ich bin zu dick!“ Ich stieg wieder ins Auto ein und wir fuhren weiter. Nach einer Weile fragte ich: „Du, was hast du eigentlich vorhin gedacht, als ich zum Briefkasten gelaufen bin?“ (und war mir sicher, dass ich die Antwort bereits kenne). Er sagte: „Interessant, dass du das fragst. Ich sah dir vorhin hinterher und bekam plötzlich einen Gedanken, den ich noch nie über dich gedacht habe, nämlich, dass du zu dick bist. Und ich habe mich gefragt, woher dieser Gedanke kam, denn das ist überhaupt nicht das, was ich von dir denke.“
Das heißt, dieser Gedanke kam eindeutig von mir! Was für ein Glück, dass mein Mann in diesem Moment so wachsam war und erkannt hat, dass es nicht sein Gedanke war, denn sonst hätte ich ihn – aus 20 Metern Entfernung! – dazu manipuliert, das über mich zu denken, was meinem Selbstbild entsprach.
Wie oft manipuliere ich also meinen Mann dazu, das von mir zu denken, was meiner Geschichte, meinem Programm entspricht, nur um meine Geschichten, mein Programm zu bestätigen und meine Narben zu vertiefen?
Wäre es nicht weitaus sinnvoller, dass wir unser Augenmerk auf unsere unbewussten Machenschaften lenken, uns dabei ertappen, wann wir manipulieren, wann wir unsere liebste Opfergeschichte zementieren und wann wir unseren Liebsten zum Schwein statt zum König machen als uns weiterhin über unsere Männer zu beschweren oder auf „den Richtigen“ zu warten?
Wenn wir uns in dieser Selbstbeobachtung trainieren und es noch schaffen, uns dann dafür nicht fertig zu machen, sondern es einfach nur als zwar schmerzhafte, jedoch neutrale Begebenheit zu beobachten, dann könnte sich wirklich etwas in unseren Beziehungen ändern. Noch so tolle antrainierbare Verhaltensweisen und Kommunikationsformen nutzen nichts oder sind nicht nachhaltig, wenn wir weiterhin unbewusst unsere Geschichte über Männer bestätigen (müssen).
Also, wie gesagt, vergeßt den Märchenprinzen! Holt die Lupe raus, werft die inneren Scheinwerfer an, werft das Schweine-Rezept weg und erinnert euch wieder daran, wie man selbst einen König macht!
Falls dein Rezept für Könige schon völlig von den Motten zerfressen ist oder einfach nicht auffindbar, dann gibt es inzwischen Gott sei Dank ein wirklich wertvolles Rezeptbuch für Königmacherinnen (und Königinnenmacher!): Wahre Liebe im Alltag, das gänzlich auf Märchen verzichtet und sowohl Frauen als auch Männer darin ermutigt, Verantwortung für ihr eigenes Liebesglück zu übernehmen.
Edle Prinzen auf weißen Pferden, die euch auf ihrem Roß ins Schloß entführen, gibt’s nicht mehr (und hat es womöglich auch noch nie gegeben). Es handelt sich bei diesen Geschichten eher um Wahrscheinlichkeiten einer möglichen Option, die nur andeuten sollen, dass so etwas rein theoretisch mal vorkommen könnte.
Also aufwachen, Mädels! Edle Prinzen gibt’s nicht mehr, weiße Pferde schon. Also beendet euren Dornröschenschlaf, schwingt euch aufs Pferd (o.k. ein silberner Polo oder ein Mountainbike tun’s auch) und macht euren Mann oder anvisierten Partner selbst zum Edelmann, zum König. In unserer Welt werden Könige nicht gefunden, sondern gemacht!
Ja, ich weiß… der Genuß von Abführmitteln ist angenehmer als diese Nachricht, aber hey, das heißt auch, dass du eine Wahl hast und nicht wie ein Opfer warten und noch weitere 100 Jahre im Märchenschloß schlafen mußt, während deine Weiblichkeit, dein Strahlen und deine Erotik verstauben….
Ich meine, wie oft sorgen deine Bemerkungen und Blicke dafür, dass sich dein Mann wie ein König fühlt und wie oft sorgen deine Bemerkungen und Blicke dafür, dass er sich wie der letzte Versager oder ein Schwein fühlt? Wie oft lässt du es zu, dass er dich zur Königin macht und wie oft ermutigst du ihn dazu, dich zur Sau zu machen?
An wem könnte es dann also liegen, ob wir ein Schwein oder einen König an unserer Seite haben?
Wie oft kannst du Nettigkeiten annehmen und wie oft hörst du wirklich das, was dein Partner sagt und wie oft bastelst du aus dem Gesagten einfach nur deine Lieblingsgeschichte, die dein Programm bestätigt, egal ob dies besagt, dass Männer Schweine sind, oder man sich auf Männer sowieso nicht verlassen kann oder Männer einen nur ausnutzen oder Männer nicht für sich selbst sorgen können oder Männer wie Kinder zu behandeln sind oder Männer gefährliche Tyrannen sind?
Die Liste unserer Programmierungen in Bezug auf Männer ist endlos. Und jede von uns hat für ihre persönliche Geschichte über Männer schließlich auch reichlich Beweise gesammelt und kann mit reichlich Zeugen aufwarten.
Und wir sammeln eifrig weiter Beweise und heben sie wie kleine Schmuckstücke in unserer Grollschatulle auf. Und, was noch viel bedeutsamer ist: wir sorgen mit allen Mitteln dafür (wenn auch unbewusst), dass wir Recht behalten!!!
Wenn wir der Meinung sind, dass man sich auf Männer nicht verlassen kann, dann bringen wir durch unser Verhalten selbst das integerste männliche Exemplar dazu, uns zu enttäuschen – es sei denn, es handelt sich um ein besonders bewußtes und wachsames Exemplar, das dieses Spiel durchschaut und einfach nicht mitspielt.
Ich habe folgendes Erlebnis hierzu:
Vor ca. 16 Jahren, als ich noch relativ frisch mit meinem Mann zusammen war, fuhren wir einmal zur Post. Er blieb im Auto sitzen und ich lief zum Briefkasten, warf einen Brief ein und ging wieder zurück zum Auto. Ich sah, dass er mich beobachtete und dachte bei mir: „Jetzt denkt er bestimmt, ich bin zu dick!“ Ich stieg wieder ins Auto ein und wir fuhren weiter. Nach einer Weile fragte ich: „Du, was hast du eigentlich vorhin gedacht, als ich zum Briefkasten gelaufen bin?“ (und war mir sicher, dass ich die Antwort bereits kenne). Er sagte: „Interessant, dass du das fragst. Ich sah dir vorhin hinterher und bekam plötzlich einen Gedanken, den ich noch nie über dich gedacht habe, nämlich, dass du zu dick bist. Und ich habe mich gefragt, woher dieser Gedanke kam, denn das ist überhaupt nicht das, was ich von dir denke.“
Das heißt, dieser Gedanke kam eindeutig von mir! Was für ein Glück, dass mein Mann in diesem Moment so wachsam war und erkannt hat, dass es nicht sein Gedanke war, denn sonst hätte ich ihn – aus 20 Metern Entfernung! – dazu manipuliert, das über mich zu denken, was meinem Selbstbild entsprach.
Wie oft manipuliere ich also meinen Mann dazu, das von mir zu denken, was meiner Geschichte, meinem Programm entspricht, nur um meine Geschichten, mein Programm zu bestätigen und meine Narben zu vertiefen?
Wäre es nicht weitaus sinnvoller, dass wir unser Augenmerk auf unsere unbewussten Machenschaften lenken, uns dabei ertappen, wann wir manipulieren, wann wir unsere liebste Opfergeschichte zementieren und wann wir unseren Liebsten zum Schwein statt zum König machen als uns weiterhin über unsere Männer zu beschweren oder auf „den Richtigen“ zu warten?
Wenn wir uns in dieser Selbstbeobachtung trainieren und es noch schaffen, uns dann dafür nicht fertig zu machen, sondern es einfach nur als zwar schmerzhafte, jedoch neutrale Begebenheit zu beobachten, dann könnte sich wirklich etwas in unseren Beziehungen ändern. Noch so tolle antrainierbare Verhaltensweisen und Kommunikationsformen nutzen nichts oder sind nicht nachhaltig, wenn wir weiterhin unbewusst unsere Geschichte über Männer bestätigen (müssen).
Also, wie gesagt, vergeßt den Märchenprinzen! Holt die Lupe raus, werft die inneren Scheinwerfer an, werft das Schweine-Rezept weg und erinnert euch wieder daran, wie man selbst einen König macht!
Falls dein Rezept für Könige schon völlig von den Motten zerfressen ist oder einfach nicht auffindbar, dann gibt es inzwischen Gott sei Dank ein wirklich wertvolles Rezeptbuch für Königmacherinnen (und Königinnenmacher!): Wahre Liebe im Alltag, das gänzlich auf Märchen verzichtet und sowohl Frauen als auch Männer darin ermutigt, Verantwortung für ihr eigenes Liebesglück zu übernehmen.
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Wahre Liebe im Alltag
Freitag, 20. August 2010
Rollenspiele
Kennt ihr das auch, dass ihr in Gegenwart von Verwandten oder langjährigen Freunden in alte Rollen fallt? Als trügen diese Menschen ein bestimmtes Bild von euch, eine Art Verhaltenskostüm mit sich, in dem sie euch schließlich kennen und sobald sie mit euch in Kontakt sind, schlüpft ihr völlig gedankenverloren in dieses Kostüm und wundert euch, dass ihr euch so unwohl fühlt, weil es schon längst nicht mehr passt und an allen Enden zwickt und zwackt und vielleicht sogar aus den Nähten platzt. Selbst eine Leberwurst scheint da mehr Handlungsspielraum zu haben.
Zum Beispiel habe ich festgestellt, dass wenn jemand der festen Überzeugung ist, dass ich ja sowieso zu spät komme - weil ich ja immer zu spät komme – es mir extrem viel schwerer fällt, pünktlich anzukommen als bei Menschen, die diese Meinung nicht von mir haben. Ich habe schon erlebt, dass ich extra früh aus dem Haus gehe, um auf jeden Fall pünktlich zu sein und dann ist da dieser Stau oder mein Scheibenwischer tut bei strömenden Regen nicht mehr oder ich verfahre mich gnadenlos oder habe tatsächlich vergessen, vorher zu tanken. Ohne meine Verantwortung für mein Zuspätkommen und meine tatsächlich Neigung zur Unpünktlichkeit leugnen zu wollen, spüre ich jedoch den starken Einfluß, den feste Meinungen über mich haben, wenn ich nicht wachsam bin.
Ganz besonders auffällig wird dies bei Besuchen von Verwandten, die uns ja schließlich schon von klein auf „kennen“. Hier ist wirklich besondere Aufmerksamkeit angesagt, denn auch wenn völlig unbewusst und ohne jegliche böse Absicht, ist das Verhaltenskostüm in den Händen der Lieben so vertraut, dass ich ganz gedankenlos hineinschlüpfe und das kann selbst dann passieren, wenn ich mir fest vorgenommen habe, darauf zu achten, nicht in alte Rollen zu fallen.
Das heißt, die Geschichten oder Meinungen, die andere von uns haben, prägen und beeinflussen unser Verhalten immens, wenn wir nicht wachsam sind und uns dieser Dynamik bewusst werden. Wenn du als Kind immer etwas schusselig warst, dann erwartet dein Umfeld von dir, etwas zu vergessen oder umzuwerfen. Wenn du als Kind in der Schule nur langsam mitgekommen bist, dann verwundert es deine Mitmenschen von damals, dass aus dir „etwas geworden ist“. Dies sind die ganz festen Rollen, doch selbst bei Menschen, die du noch nicht so lange kennst, fixieren sich schnell die Erwartungen, dass du dich immer so verhältst, wie sie es von dir gewohnt sind.
Das anstrengende an diesen Leberwurst-Kostümen und fixen Rollen ist, dass du dich in gewisser Weise einbetoniert fühlst und dich nur auf eine bestimmte Weise verhalten kannst. Da ist kein Spielraum für neue Bewegungen und Handlungen. Das Ergebnis des Zusammenseins wird vorhersagbar und somit in gewisser Weise leblos und langweilig. Dies mag bei einem Treffen, das vielleicht einmal im Jahr stattfindet, nicht weiter tragisch sein, aber was ist mit den Interaktionen mit Menschen, denen wir täglich begegnen?
Nun das ist die eine Seite der Medaille: Zu bemerken, welche Verhaltenskostüme die anderen immer an dir sehen möchten, weil sie es so gewohnt sind (selbst oder vielleicht sogar besonders dann, wenn es unangenehme Verhaltensweisen sind) und mit voller Aufmerksamkeit darauf zu achten, es nicht wieder anzuziehen - ein spannendes Experiment, um uns in Bewusstheit zu schulen.
Die andere Seite der Medaille und ein nicht minder spannendes Experiment ist: Welche Verhaltenskostüme haben wir über andere Menschen angefertigt und nötigen sie, es anzuziehen, damit wir keine „bösen“ Überraschungen erleben und in gewohnter Art und Weise mit dem anderen umgehen können und es quasi bequem haben, weil wir ja „wissen“, wen wir vor uns haben und was wir von der Person zu erwarten haben? Wieviel Spielraum für neue Verhaltensweisen räumen eigentlich wir unseren Freunden und Verwandten ein?
Wie wäre es, einmal davon auszugehen, dass wir die Personen, die wir zu kennen glauben, und insbesondere die Person, die morgens neben uns liegt, NICHT bereits kennen und ihr damit die Möglichkeit zu geben, sich völlig anders als sonst zu verhalten?
Das sind doch mal prickelnde Möglichkeiten!
Zum Beispiel habe ich festgestellt, dass wenn jemand der festen Überzeugung ist, dass ich ja sowieso zu spät komme - weil ich ja immer zu spät komme – es mir extrem viel schwerer fällt, pünktlich anzukommen als bei Menschen, die diese Meinung nicht von mir haben. Ich habe schon erlebt, dass ich extra früh aus dem Haus gehe, um auf jeden Fall pünktlich zu sein und dann ist da dieser Stau oder mein Scheibenwischer tut bei strömenden Regen nicht mehr oder ich verfahre mich gnadenlos oder habe tatsächlich vergessen, vorher zu tanken. Ohne meine Verantwortung für mein Zuspätkommen und meine tatsächlich Neigung zur Unpünktlichkeit leugnen zu wollen, spüre ich jedoch den starken Einfluß, den feste Meinungen über mich haben, wenn ich nicht wachsam bin.
Ganz besonders auffällig wird dies bei Besuchen von Verwandten, die uns ja schließlich schon von klein auf „kennen“. Hier ist wirklich besondere Aufmerksamkeit angesagt, denn auch wenn völlig unbewusst und ohne jegliche böse Absicht, ist das Verhaltenskostüm in den Händen der Lieben so vertraut, dass ich ganz gedankenlos hineinschlüpfe und das kann selbst dann passieren, wenn ich mir fest vorgenommen habe, darauf zu achten, nicht in alte Rollen zu fallen.
Das heißt, die Geschichten oder Meinungen, die andere von uns haben, prägen und beeinflussen unser Verhalten immens, wenn wir nicht wachsam sind und uns dieser Dynamik bewusst werden. Wenn du als Kind immer etwas schusselig warst, dann erwartet dein Umfeld von dir, etwas zu vergessen oder umzuwerfen. Wenn du als Kind in der Schule nur langsam mitgekommen bist, dann verwundert es deine Mitmenschen von damals, dass aus dir „etwas geworden ist“. Dies sind die ganz festen Rollen, doch selbst bei Menschen, die du noch nicht so lange kennst, fixieren sich schnell die Erwartungen, dass du dich immer so verhältst, wie sie es von dir gewohnt sind.
Das anstrengende an diesen Leberwurst-Kostümen und fixen Rollen ist, dass du dich in gewisser Weise einbetoniert fühlst und dich nur auf eine bestimmte Weise verhalten kannst. Da ist kein Spielraum für neue Bewegungen und Handlungen. Das Ergebnis des Zusammenseins wird vorhersagbar und somit in gewisser Weise leblos und langweilig. Dies mag bei einem Treffen, das vielleicht einmal im Jahr stattfindet, nicht weiter tragisch sein, aber was ist mit den Interaktionen mit Menschen, denen wir täglich begegnen?
Nun das ist die eine Seite der Medaille: Zu bemerken, welche Verhaltenskostüme die anderen immer an dir sehen möchten, weil sie es so gewohnt sind (selbst oder vielleicht sogar besonders dann, wenn es unangenehme Verhaltensweisen sind) und mit voller Aufmerksamkeit darauf zu achten, es nicht wieder anzuziehen - ein spannendes Experiment, um uns in Bewusstheit zu schulen.
Die andere Seite der Medaille und ein nicht minder spannendes Experiment ist: Welche Verhaltenskostüme haben wir über andere Menschen angefertigt und nötigen sie, es anzuziehen, damit wir keine „bösen“ Überraschungen erleben und in gewohnter Art und Weise mit dem anderen umgehen können und es quasi bequem haben, weil wir ja „wissen“, wen wir vor uns haben und was wir von der Person zu erwarten haben? Wieviel Spielraum für neue Verhaltensweisen räumen eigentlich wir unseren Freunden und Verwandten ein?
Wie wäre es, einmal davon auszugehen, dass wir die Personen, die wir zu kennen glauben, und insbesondere die Person, die morgens neben uns liegt, NICHT bereits kennen und ihr damit die Möglichkeit zu geben, sich völlig anders als sonst zu verhalten?
Das sind doch mal prickelnde Möglichkeiten!
Dienstag, 3. August 2010
Vorsicht Feedback!
Die Worte Feedback und Folterkammer fangen interessanterweise beide mit dem Buchstaben F an. Wir wachsen damit auf, dass Fehler machen (schon wieder mit F - ferflixt!) nicht in Ordnung ist und stets unangenehme Folgen nach sich ziehen kann. Je nach Erziehungsstil unserer Eltern, Lehrer und sonstiger Autoritätspersonen ist da in unserer Gesellschaft alles vertreten von satten Ohrfeigen über Liebesentzug bis hin zu staubigen Spinnweben in den Haaren nach drei Wochen Hausarrest.
Kein Wunder also, dass es den meisten von uns erst einmal die Eingeweide verknotet, wenn jemand zu uns sagt: "Du, ich hätte da übrigens noch Feedback für dich...."
Nach solch einem eigentlich neutralen Satz geht es bei mir meistens dann erst mal ab ins Gruselkabinett der Möglichkeiten. Uh, was könnte es sein? Ich rattere alle Situationen nach möglichen Fehlern, Patzern, Versäumnissen, falschen Worten und Taten durch - die schlimmsten Vorahnungen beginnen Gestalt anzunehmen ..... da sagt die Person vielleicht: "Du, deine Mail letzte Woche hat mich total gefreut und deine Worte haben mir echt Klarheit gebracht." - Ächz! - drei Liter Angstschweiß verdunsten im Nu, der vermeintliche Giftpfeil, den meine Box* schon voller Dramatik mit zitternden Händen aus der klaffenden Wunde ziehen wollte, entpuppt sich als Illusionsblase meiner wilden Fantasie.
Ach ja, "positives" Feedback gibt es ja auch noch. Haha.
E R L E I C H T E R U N G!
Aber hey, wie ist es dann mit "negativem" Feedback? Was, wenn wir wirklich etwas übersehen, einen Fehler eingebaut, jemanden verletzt haben oder sonst irgendetwas schief gelaufen ist? Wie heißt es doch?
Aus Fehlern wird man klug. Wer keine Fehler macht, lernt nichts dazu. Feedback ist Gold.
Bei genauer Betrachtung gibt es weder positives noch negatives Feedback, sondern nur die neutrale Information und Rückmeldung "HAT FUNKTIONIERT - GO! MACH WEITER SO." oder "HAT NICHT FUNKTIONIERT - BEEP! SHIFT! GO! PROBIERE ETWAS ANDERES AUS."
Und noch genauer betrachtet ist Feedback sogar eine Liebeserklärung. Warum sonst würde sich ein anderer Mensch die Mühe machen und das Risiko eingehen, uns Feedback zu geben, wenn nicht aus Liebe?
Solange ich also Feedback für fatal halte und versuche, Fehler zu vermeiden, werde ich starr und steif wie Brokkoli (den ich hier keineswegs diskriminieren möchte - wer weiß, wie lernbereit dieses Gemüse in Wirklichkeit ist?!) und habe keine Entwicklungsmöglichkeit. Geht es dir auch so?
Ist es dann wirklich notwendig, noch an dieser alten Betrachtung oder mentalen Landkarte Feedback = Kritik = (schwerer) Fehler = seelische Folterkammer = ich bin nicht in Ordnung festzuhalten?
Wie wäre es, wenn wir es mit folgender Formel versuchen:
Feedback = Entwicklungsmöglichkeit = Evolution = Liebe
*Box (Bezeichnung für Ego, Psyche, das ganz persönliche Set an Glaubenssätzen, Annahmen, Weltanschauungen usw. - die Verteidigungsstrategie in uns, die Veränderungen um jeden Preis verhindern will, um unser Überleben zu sichern - aber eben nur das Überleben.
Kein Wunder also, dass es den meisten von uns erst einmal die Eingeweide verknotet, wenn jemand zu uns sagt: "Du, ich hätte da übrigens noch Feedback für dich...."
Nach solch einem eigentlich neutralen Satz geht es bei mir meistens dann erst mal ab ins Gruselkabinett der Möglichkeiten. Uh, was könnte es sein? Ich rattere alle Situationen nach möglichen Fehlern, Patzern, Versäumnissen, falschen Worten und Taten durch - die schlimmsten Vorahnungen beginnen Gestalt anzunehmen ..... da sagt die Person vielleicht: "Du, deine Mail letzte Woche hat mich total gefreut und deine Worte haben mir echt Klarheit gebracht." - Ächz! - drei Liter Angstschweiß verdunsten im Nu, der vermeintliche Giftpfeil, den meine Box* schon voller Dramatik mit zitternden Händen aus der klaffenden Wunde ziehen wollte, entpuppt sich als Illusionsblase meiner wilden Fantasie.
Ach ja, "positives" Feedback gibt es ja auch noch. Haha.
E R L E I C H T E R U N G!
Aber hey, wie ist es dann mit "negativem" Feedback? Was, wenn wir wirklich etwas übersehen, einen Fehler eingebaut, jemanden verletzt haben oder sonst irgendetwas schief gelaufen ist? Wie heißt es doch?
Aus Fehlern wird man klug. Wer keine Fehler macht, lernt nichts dazu. Feedback ist Gold.
Bei genauer Betrachtung gibt es weder positives noch negatives Feedback, sondern nur die neutrale Information und Rückmeldung "HAT FUNKTIONIERT - GO! MACH WEITER SO." oder "HAT NICHT FUNKTIONIERT - BEEP! SHIFT! GO! PROBIERE ETWAS ANDERES AUS."
Und noch genauer betrachtet ist Feedback sogar eine Liebeserklärung. Warum sonst würde sich ein anderer Mensch die Mühe machen und das Risiko eingehen, uns Feedback zu geben, wenn nicht aus Liebe?
Solange ich also Feedback für fatal halte und versuche, Fehler zu vermeiden, werde ich starr und steif wie Brokkoli (den ich hier keineswegs diskriminieren möchte - wer weiß, wie lernbereit dieses Gemüse in Wirklichkeit ist?!) und habe keine Entwicklungsmöglichkeit. Geht es dir auch so?
Ist es dann wirklich notwendig, noch an dieser alten Betrachtung oder mentalen Landkarte Feedback = Kritik = (schwerer) Fehler = seelische Folterkammer = ich bin nicht in Ordnung festzuhalten?
Wie wäre es, wenn wir es mit folgender Formel versuchen:
Feedback = Entwicklungsmöglichkeit = Evolution = Liebe
*Box (Bezeichnung für Ego, Psyche, das ganz persönliche Set an Glaubenssätzen, Annahmen, Weltanschauungen usw. - die Verteidigungsstrategie in uns, die Veränderungen um jeden Preis verhindern will, um unser Überleben zu sichern - aber eben nur das Überleben.
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