Ist dir auch schon einmal aufgefallen, wie viele Stimmen es in deinem Kopf gibt?
Da gibt es tadelnde Stimme, lobende und besänftigende Stimmen, jammernde Stimmen, keifende Stimmen und viele mehr. Und keine einzige dieser Stimmen gehört wirklich zu uns, sondern sie stammen überwiegend aus unserer Vergangenheit, z.B. von Lehrern, Eltern, Geschwistern und sonstigen Autoritätspersonen, deren Stimmen uns damals beeinflußt und geprägt haben.
Nun sind wir zwar erwachsen, aber die Stimmen reden heiter weiter, ob die dazugehörigen Personen noch in unserem Leben sind oder nicht und meistens halten wir diese auch noch für echt oder wahr oder gar für unsere eigenen Stimmen!
Ich habe während eines Trainings mal Gelegenheit gehabt, mir diesen inneren Diskussions Club genauer zu betrachten und all den Stimmen Namen zu geben. Seitdem habe ich vermehrte Aufmerksamkeit auf diese Stimmen und bin manchmal sogar recht amüsiert darüber. Ich gebe dir gerne mal eine Kostprobe, damit du weißt wovon ich rede.
Zum Beispiel das Schreiben und Veröffentlichen dieses Blogs kann einen enormen Stimmen-Tsunami in meinem Kopf auslösen. Das hört sich dann in etwa so an:
Vicky: Mein Gott, wozu soll das denn gut sein?
Stella: Hey, es ist doch einen Versuch wert und außerdem macht es doch Spaß.
Fräulein Rottenmeier: Hast du dich mal in deinem Haus umgesehen? Du hättest wirklich besseres zu tun!
Piggy: Oh Mann, ich werde doch wohl auch mal was machen dürfen, was einfach nur Spaß macht….
Vicky: Das interessiert doch sowie kein Schwein. Nimm dich mal bloß nicht so wichtig.
Stella: Na komm, du hast doch als Kind schon gern geschrieben. Jetzt laß dich bloß nicht abhalten und probiere es einfach.
Fr. Rottenmeier: Ha, dass ich nicht lache! Für Kindheitsträumereien sind wir ja wohl schon ein bißchen zu alt, was Madame?!
Piggy: Aber….och menooo. Jetzt habe ich gleich keine Lust mehr.
Vicky: Da schau, schon gehen dir die Worte aus. So wichtig ist die ganze Sache nun also doch nicht.
Piggy: Was, wenn es die Leute total doof finden und mich auslachen?
Stella: Hey, erinnere dich, ein paar deiner Freunde haben dich ausdrücklich dazu ermutigt.
Fr. Rottenmeier: Da lachen ja die Hühner! Kümmere dich um wichtigere Dinge und lass es einfach sein! Schau dir mal die Spinnenweben in deinem Badezimmer an!
Und so weiter und so weiter und selbst wenn sie schon gestorben sind, so quaken sie noch weiter!
Welch Glück, dass ich gelernt habe, diese Stimmen zu identifizieren und nicht auf sie hören zu müssen (vorausgesetzt ich bin wachsam genug).
Und was am Ende zählt, ist nicht das beste Argument der Stimmen, sondern ob ich schreibe oder nicht.
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