Mittwoch, 21. Juli 2010

Nutzen des inneren Schweinehunds

Ach ja, der innere Schweinehund, im Possibility Management liebevoll Gremlin – König der Unterwelt - genannt, ist ein Wesen ganz besonderer Art. Oftmals wird er als schlechtes Wesen bezeichnet und in den Keller gesperrt, bis er ausbricht und ein riesiges Chaos anrichtet oder aber er wird gänzlich ignoriert, weil ja nur „Licht und Liebe“ zählen und dann pfuhst die Unterwelt eben seitlich aus - in Form von kleinen Sticheleien, spitzen Bemerkungen, völlig zufälligen Racheakten oder unverhofften Gerichtsverhandlungen und Auseinandersetzungen, die wir gar nicht verstehen können, weil wir es doch immer nur "gut" meinen.

Fakt ist, wir haben beide Seiten – die unbewusste Seite der Unterwelt und die bewusste Seite der Oberwelt - in uns. Und leider gibt es diese nur im Gesamtpaket – mogeln ist nicht!

Bei näherer Betrachtung ist der Gremlin, dieser König unserer Unterwelt weder schlecht noch gut. Er hat einfach bestimmte Qualitäten und erzielt bestimmte Ergebnisse. Es gibt Zeiten, in denen er an seiner kurzen Leine bleiben sollte und Zeiten, an denen er gezielt losgelassen werden kann. Und wenn du deine eigene Unterwelt kennst, dann erkennst du auch leichter die Unterweltaktivitäten von anderen.

Ich meine, hast du mal auf völlig liebevolle und sanfte Weise probiert so einen professionellen Telefonmenschen abzuwimmeln, der dir zum hundertsten Mal irgendeinen Lottoschein andrehen will? Meiner Erfahrung nach reagieren diese nicht auf: „Nein, danke. Ich habe kein Interesse.“ Meist kommst du noch einmal dazu, diesen Satz auszusprechen. Deren Gremlins sind nämlich nicht an der kurzen Leine, sondern verspeisen dich kurz mal zum Frühstück, wenn du auf lieb und nett machen willst. Bööörps!

Ich rede nicht davon, solche Menschen anzubrüllen oder einfach den Hörer aufzuknallen, sondern auf nichtlineare Weise und mit einer grimmigen Bestimmtheit in der Lage zu sein, ein solches Gespräch würdevoll zu beenden.
Bevor ich so etwas wie ein Schwert der Klarheit und Bewußtheit über meinen Gremlin hatte, hing ich ewig und völlig hilflos an der Strippe: Ähm, nein eigentlich..., Wissen Sie, ich ...., Nein, ich spiele kein …, nein ich trinke gar keinen….Und allzuoft ließ ich mich dann auf die unsinnigsten Verträge ein, nur um das beißende, knurrende Wesen an meiner Wade wieder loszuwerden.

Heute reicht es meistens, dass ich meinen Gremlin in Startposition an meiner Seite habe, bereit, querdiagonal zu antworten und mich nicht einwickeln zu lassen, und allein diese Gewißheit scheint meiner Stimme schon genug Ausdruck zu verleihen, sodass ich schon lange keinen Vertrag mehr über irgendwelche Lottoscheine, Federbetten, Abos, Zeitschriften, Vereine etc. stornieren musste und in der Regel keines dieser Gespräche länger als 1,5 Minuten dauert.

Und dies ist nur ein Beispiel für den Nutzen des Gremlins! Noch viel wichtiger als sich ungebetete Vertreter vom Hals zu halten, ist, dass mit der Bewusstheit über den Gremlin auch die Qualität der Beziehung steigt, weil ich dann in der Lage bin, den Gremlin bewusst zu füttern, so dass er sich nicht mehr von der Nähe, Vertrautheit und Intimität meiner Beziehung ernähren muss. Und wer kennt nicht diese seltsamen Streits, die aus dem Nichts hervorbrechen, sich wie Gewitterwolken aufbauschen und nach ein paar Donnerschlägen und Blitzen ist plötzlich alles wieder in Butter und beide fragen sich völlig ermattet, wie es eigentlich zu diesem Streit kam. (Kleiner Tipp: Fragt mal den vollgefressenen Gremlin, der mit fetter Wampe in der Ecke liegt und zufrieden schläft....)

(Mehr über die Handhabung, Hege und Pflege deines Gremlins findest du in Clinton Callahans Buch Wahre Liebe im Alltag ab Seite 379)

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